A–Z: Wichtige Fachbegriffe rund um Diabetes, Stoffwechsel & Adipositas

Als spezialisiertes Diabeteszentrum in Herrenberg begleiten wir Menschen mit Diabetes, Stoffwechselerkrankungen und Adipositas nach modernsten medizinischen Standards. Dieses Glossar erklärt zentrale Fachbegriffe leicht verständlich und unterstützt Sie dabei, Diagnosen und Therapien besser einzuordnen.

Begriffsklärungen

A

Adipositas
Chronische Erkrankung mit stark erhöhtem Körpergewicht und gesteigertem Risiko für Herz-, Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen. Erfordert häufig eine medizinisch begleitete Therapie.

Adipositastherapie
Ganzheitliches Behandlungskonzept aus Ernährungsumstellung, Bewegung, Prävention, ggf. Medikamenten und interdisziplinärer Betreuung. Ziel ist eine nachhaltige Gewichtsreduktion.

Akupunktur
Ergänzende Therapieform, die zur Linderung von Schmerzen, Stress oder neuropathischen Beschwerden eingesetzt wird und das Wohlbefinden verbessern kann.

A1c / HbA1c
Langzeitwert, der die durchschnittliche Blutzuckereinstellung der letzten 8–12 Wochen anzeigt und ein zentraler Indikator der Diabetestherapie ist.

B

Basalrate
Grundinsulinzufuhr durch eine Insulinpumpe oder Basalinsulin, die den Blutzucker ohne Nahrungsaufnahme stabil hält.

Blutzuckermessung
Regelmäßige Kontrolle des aktuellen Blutzuckerwertes mittels Messgerät oder CGM – grundlegend für jede Therapieanpassung.

Bluthochdruck (Hypertonie)
Häufige Begleiterkrankung bei Diabetes und Adipositas. Eine gute Einstellung senkt das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen.

C

CGM – Kontinuierliche Glukosemessung
Moderne Sensortechnik, die Gewebsglukosekonzentration permanent misst. Unterstützt Therapieentscheidungen und verbessert die Stoffwechselführung.

Cholesterin
Wichtiger Blutfettwert zur Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos. Entscheidend ist das LDL-Cholesterin (bzw. das non HDL-Cholesterin). Für Menschen mit Diabetes gelten besonders strenge Zielwerte die an die Diabetesdauer bzw. andere bereits bestehende Risiken bzw. Erkrankungen angepasst sind.

D

Diabetes mellitus Typ 1 (T1DM)
Autoimmunerkrankung, bei der die Insulinproduktion, früher oder später, vollständig ausfällt. Erfordert eine lebenslange Insulintherapie.

Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM)
Häufigste Diabetesform. Entsteht durch Insulinresistenz und eine allmählich nachlassende Insulinproduktion. Der T2DM wird stark vererbt und geht oft mit erhöhten Blutfetten und erhöhten Blutdruckwerten einher. Therapiebausteine: Ernährung, Bewegung, Medikamente oder Insulin.

Diabetisches Fußsyndrom (DFS)
Komplexe Folgeerkrankung aufgrund von Durchblutungsstörungen oder Nervenschäden. Erfordert spezialisierte Diagnostik, regelmäßige Kontrollen und gezielte Wundbehandlung.

Diabetesschulung
Strukturiertes Training für Patient:innen, um Therapie, Ernährung, Technik und Alltagssituationen sicher zu meistern.

E

Ernährungsberatung
Individuelle, medizinisch fundierte Beratung zur richtigen Ernährung bei Diabetes, Adipositas und Stoffwechselerkrankungen.

Ergometrie (Belastungs-EKG)
Diagnostische Untersuchung zur Beurteilung der Herz-Kreislauf-Leistung unter körperlicher Belastung.

F

Fettstoffwechselstörung (Hyperlipidämie)
Erhöhte Cholesterin- oder Triglyceridwerte, die das Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten erhöhen.

FIT – Funktionelle Insulintherapie
Flexible Insulintherapieform, die Mahlzeiten, Bewegung und Alltagssituationen berücksichtigt.

G

Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)
Zuckerstoffwechselstörung die erstmals während der Schwangerschaft festgestellt wird und meist nach Schwangerschaftsende nicht mehr nachweisbar ist. Erfordert eine engmaschige Betreuung und eine stabile Blutzuckereinstellung für Mutter und Kind. Das Risiko für das Auftreten eines T2DM bei der Mutter im späteren Lebensalter ist, im Vergleich zur Normalbevölkerung erhöht. Es bedarf im weiteren Lebensverlauf immer wieder Untersuchungen um einen möglichen Ausbruch eines T2DM rechtzeitig zu entdecken.

GLP-1
Darmhormon welches zur Diabetes- und Adipositastherapie sehr erfolgreich eingesetzt werden kann. Diverse Studien haben in den letzten Jahren sehr eindrucksvoll zeigen können, dass GLP1 diverse Diabetesassoziierte Komplikationen erfolgreich behandeln kann.

Glukose
Der zentrale Energielieferant des Körpers. Reguliert durch Ernährung, Bewegung, Hormone und Medikamente.

Glukoseselbstmessung
Selbstständige Messung der Blutzuckerwerte mit Messgerät oder Sensor. Unerlässlich für Therapieanpassungen und Sicherheit im Alltag.

Gicht (Hyperurikämie)
Stoffwechselstörung mit erhöhten Harnsäurewerten, häufig verbunden mit Übergewicht oder Diabetes.

H

Hausärztliche Versorgung
Ganzheitliche allgemeinmedizinische Betreuung, wichtig für die Begleitung chronischer Erkrankungen.

Hyperglykämie / Hypoglykämie
Zu hohe oder zu niedrige Blutzuckerwerte – beide erfordern rasches und richtiges Handeln.

HbA1c
Zentraler Labormarker der langfristigen Therapiequalität bei Diabetes.

I

ICT – Intensivierte konventionelle Insulintherapie
Moderne Therapieform, die Basal- und Bolusinsulin kombiniert, um Blutzucker flexibel und präzise zu steuern.

Insulin
Hormon, produziert in den B-Zellen der Bauchspeicheldrüse, das den Blutzucker senkt und zur Steuerung der Glukosekonzentrationen unverzichtbar ist.

Insulinpumpentherapie (CSII)
Kontinuierliche Insulinabgabe über eine Pumpe – besonders geeignet für Typ-1-Diabetes und für Menschen, die stabile Blutzuckerwerte anstreben. Moderne Insulinpumpen können, mit Hilfe eines Algorithmus, aufgrund von Glukosewerten, übermittelt von einen kontinuierlichen Sensor, gesteuert werden (AID-System).

Insulinresistenz
Kernproblem bei Typ-2-Diabetes (aber auch bei T1DM): Körperzellen sprechen, bei einer erhöhten Insulinresistenz, weniger empfindlich auf Insulin an.

J

Jahreskontrollen
Umfassende Untersuchungen zur Kontrolle der Effektivität der Diabetestherapie und zur Früherkennung möglicher Folgeerkrankungen, um diese bestmöglich zu behandeln.

K

Kohlenhydrateinheiten (KE / BE)
Einheit zur Berechnung der Insulinmenge, die für Mahlzeiten benötigt wird.

Krebsvorsorge
Früherkennungsuntersuchungen zur rechtzeitigen Diagnose bestimmter Tumorerkrankungen.

L

Lungenfunktionsprüfung
Diagnostik zur Einschätzung der Lungenleistung. Wichtig bei Atembeschwerden und zur Abklärung vieler internistischer Erkrankungen.

Low-Carb-Ernährung
Ernährungsform mit reduzierter Kohlenhydrataufnahme – oft hilfreich bei Insulinresistenz und Gewichtsreduktion.

M

Metabolisches Syndrom
Risikokombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten und Insulinresistenz. Steigert das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Erkrankungen der Nieren und der Leber.

Milchzuckerunverträglichkeit (Lactasemangel)
Stoffwechselstörung mit Beschwerden nach Milchprodukten aufgrund fehlender Laktase.

N

Neuropathie
Nervenschädigung durch langjährigen Diabetes. Zeigt sich häufig an Füßen und Händen mit Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen.

O

OP-Fähigkeitsuntersuchung
Medizinische Einschätzung, ob eine Operation körperlich sicher durchgeführt werden kann.

Orale Antidiabetika
Tabletten zur Blutzuckersenkung, häufig erste Wahl bei Typ-2-Diabetes.

P

Prädiabetes
Vorstufe des Diabetes, bei der der Blutzucker bereits leicht erhöht ist. Lebensstiländerungen können den Ausbruch verhindern. Im Zustand des sog. Prädiabetes ist das Risiko für Gefäßerkrankungen bereits deutlich erhöht.

Prävention
Maßnahmen zur Vermeidung oder Verzögerung von Erkrankungen, insbesondere bei Diabetes und Stoffwechselstörungen.

Pumpenschulung
Wichtiges Training zur sicheren Anwendung der Insulinpumpe, zur Auswertung von Daten und Anpassung der Therapie.

Q

Qualitätssicherung
Strukturierte Maßnahmen zur Sicherstellung und kontinuierlichen Verbesserung der medizinischen Versorgung.

R

Retinopathie
Augenerkrankung bei Diabetes, die zur Sehverschlechterung führen kann. Regelmäßige Augenuntersuchungen sind essenziell.

Rezept-Online
Digitaler Service zur komfortablen Anforderung von Wiederholungsrezepten.

S

Schwangerschaft und Diabetes
Frauen mit Typ-1-Diabetes oder Gestationsdiabetes benötigen engmaschige Betreuung, angepasste Ernährung und häufigere Blutzuckerkontrollen, um eine optimale Entwicklung des Kindes sicherzustellen.

Sensoren (CGM)
Technische Hilfsmittel zur Echtzeitmessung von Glukosewerten – Grundlage moderner Therapieformen. Im Speziellen die kontinuierliche Gewebsglukosemessung (CGM) zeigt eindrucksvoll die Dynamik der Glukoseverläufe.

Screening
Früherkennungsuntersuchungen für Herz-, Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen.

T

Terminvereinbarung
Anfrage für ärztliche Untersuchungen, Beratungen oder Schulungen.

Typ-1- und Typ-2-Diabetes
Die beiden wichtigsten Diabetesformen mit jeweils unterschiedlicher Ursache, Therapie und Prognose.

U

Ultraschalluntersuchung
Bildgebendes Verfahren zur Diagnostik von Organen wie Bauch, Schilddrüse oder Gefäßen.

Übergewicht
Erhöht das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen und Gelenkbeschwerden. Medizinische Begleitung kann helfen, Gewicht langfristig zu reduzieren.

V

Vorsorgeuntersuchung
Früherkennung gesundheitlicher Risiken wie Bluthochdruck, Diabetes oder Gefäßerkrankungen.

W

Wundversorgung
Professionelle Behandlung chronischer oder schlecht heilender Wunden, insbesondere bei Diabetes.

Wertetagebuch
Dokumentation von Blutzuckerwerten, Insulindosen und Mahlzeiten zur Optimierung der Therapie.

Z

Zöliakie
Autoimmunerkrankung mit Glutenunverträglichkeit, die häufig gemeinsam mit Typ-1-Diabetes auftreten kann.

Zuckerstoffwechsel
Gesamtheit der Prozesse, die Glukoseaufnahme, -speicherung und -nutzung im Körper steuern.

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